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Kunstprojekt in der Gotzinger Straße

Neu in der Nachbarschaft: comN – Das Netzwerkhaus präsentiert in einer ehemaligen Autowerkstatt das Fotokunst-Projekt "NachbarN – Menschen in der Gotzinger Straße".

Eine Straße ist mehr als nur eine Adresse. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der Menschen, die dort wohnen, arbeiten, leben. Der Spur, die die Gotzinger Straße durch Sendling zieht, widmet sich der Münchner Fotograf Sebastian Gabriel im Rahmen eines Foto-Projekts für comN – das Netzwerkhaus mit sehr persönlichen Porträts unterschiedlichen Menschen aus dem Quartier.

Von Markus Lutz, Vorsitzender im Bezirksausschuss Sendling, der in einer Seitenstraße der Gotzinger Straße aufgewachsen ist, über Anja Uhlig, Betreiberin des subkulturellen Ausstellungsprojekts Klohäuschen an der Großmarkthalle, bis hin zum neuzugezogenen Bäcker Christoph Lentschig, der in der vor kurzem eröffneten Bäckerei Neulinger den Teig knetet – Sebastian Gabriel fotografiert elf Personen, deren Alltag unterschiedlicher kaum sein kann – und deren Lebensmittelpunkt dennoch auf den gleichen 100 Metern München liegt bzw. lag.

In der rauhen Atmosphäre der ehemaligen Werkstatt entfalten die Fotos bei ihren Betrachtern eine besondere Wirkung. Die vielfältigen Lebenswelten der großformatig abgebildeten Nachbarn liefern im Gesamt-Tableau eine einzigartige Momentaufnahme dieses außergewöhnlichen Münchner Viertels, das gleichermaßen geprägt ist von Traditionsverbundenheit und Aufbruchsfreude. 

Die Ausstellung "NachbarN – Menschen in der Gotzinger Straße" diente auch dazu, verschiedene Menschen aus der Nachbarschaft zusammenzubringen und das Quartier mit seiner großen Vielfalt zu würdigen. Im Vorfeld geführte Interviews verrieten Geheimtipps und Liebelingsorte alter und neuer Sendlinger und lieferten damit Inspiration zur Neuentdeckung der Gotzinger Straße.

Die Vernissage am 18. November 2018 wird von Matthias Ottmann, Gründer und Geschäftsführer von Urban Progress, eröffnet, indem er gemeinsam mit Ruth Berktold, YES Architecture, den besonderen Anspruch des geplanten Bauvorhabens erläutert, bevor der Fotograf Sebastian Gabriel und der in der Gotzinger Straße abreitende Künstler Benjamin Bergmann in einem von Marco Eisenack (textbau Kommunikation) morderierten Gespräch über Charakter und Wandel des Quartiers diskutieren. Im Anschluss nutzt die Künstlerin Sophie Schmidt die marode Werkstatthalle für ihre Performance "Nasenlochnarben und Zonenglühen dazwischen", in der das Thema Transformation auf ganz spezielle Weise interpretiert wird.

Neben vielen neuen Gesichtern aus der Nachbarschaft finden auch zahlreiche Weggefährten von Urban Progress den Weg in die Halle. Unter anderem sind Nicola Borgmann, die frisch ausgezeichnete Architekturpreisträgerin der Landeshauptstadt München, Susanne Ehrenfried, Chefkuratorin der Munich Re Art Collection, und Regine Geibel von München Architektur gekommen, um die Gotzinger Straße besser kennenzulernen.

An den vier Tagen, die das Kunstprojekt insgesamt bei freien Eintritt zu sehen ist, werden die Besucherinnen und Besucher unter anderem auch von Matthias Ottmann begrüßt. Der Bauherr nutzt die Ausstellung auf dem Baugrundstück, um mit seinen neuen Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

Die neuartige Art und Weise, eine Planung der Nachbarschaft vorzustellen, findet in der Presse viel positives Feedback. Die Süddeutsche Zeitung widmet der Zwischennutzung eine umfassende Berichterstattung mit Fotogalerie aller Porträtierten.